EIN INTERESSANTES LEBEN - YAIR SHIMANSKY
Nur wenige Menschen haben ein interessanteres Leben geführt als der CEO von
Für den aufgeweckten Jungen war es ein ebenso schönes wie lehrreiches Erlebnis. „Auf dem Boot zu sein war einfach wunderbar, es war wie ein riesiges Spielzimmer. Es hat riesigen Spaß gemacht; mal habe ich im Maschinenraum gespielt, mal an Deck.“ Während dieser Zeit mit seinem Vater besuchte er 30 Länder und lernte verschiedene Kulturen kennen. „Ich hätte mir keine bessere Bildung wünschen können“, erzählt er. Natürlich waren keine anderen Kinder an Bord, was bedeutete, dass…
Im Alter von zwölf Jahren zog er mit seiner Familie nach London, weil sein Vater dort arbeitete. „Wir verbrachten ein Jahr dort, und ich hasste es. Das lag daran, dass ich in der Schule Anzug und Krawatte tragen musste. Bis heute trage ich nicht gern Anzug und Krawatte“, sagt er und verzieht das Gesicht.
Der kurze Aufenthalt in London hatte aber auch seine Vorteile: „Da die öffentlichen Verkehrsmittel so gut sind, konnte ich mich gut alleine fortbewegen. Ich habe sehr schnell gelernt, extrem selbstständig zu sein“, sagt er.
Nach seiner Rückkehr nach Israel wurde er in ein Internat der Marine geschickt. „Meine Mutter kam mit mir nicht mehr klar; ich war zu ungezogen, also kam ich ins Internat. Dort herrschte viel Disziplin und Struktur, aber es gefiel mir sehr – weil wir viel tauchen und schnorcheln konnten.“ Danach folgte eine Zeit des Skateboardens, Surfens und des Bettelns mit seinen Eltern um ein Motorrad. „Sie wollten mir keins erlauben, also arbeitete ich ein Jahr lang nachts als Barkeeper und tagsüber im Straßenbau mit einem Presslufthammer. Ich sparte und kaufte mir eine Honda CVR400. Ich mag es nicht, wenn man mir etwas verbietet; das bringt mich erst richtig in Fahrt“, sagt er und lacht. (Heute fährt er eine Ducati Monster 1200.)
Mein großer Traum war damals, nach Amerika zu gehen, eine Million Dollar zu verdienen und dann nach Israel zurückzukehren. Das war der Traum der meisten jungen Leute zu dieser Zeit.
Stattdessen beschloss er, nach Japan zu gehen. „Ich war fasziniert von der japanischen Kultur, da ich sie bereits durch Karate-Training kennengelernt hatte. Außerdem hatte ich einen Nachbarn, der Diamantenhändler war und mir erzählte, dass es dort einen guten Markt für Diamanten gäbe. Also flog ich mit einigen Diamanten und Schmuckstücken im Gepäck nach Japan, um sie zu verkaufen.“ Es war eine interessante Zeit für den jungen Mann: „Manchmal war es ziemlich hart; die ersten sechs Monate habe ich fast nichts anderes getan, als an Türen zu klopfen. Ich ging von einem Juweliergeschäft zum nächsten. Viele Türen blieben verschlossen; man jagte mich weg, aber ich bin sehr zäh und so knüpfte ich schließlich die richtigen Kontakte im Diamanten- und Schmuckhandel.“
„Damals waren die Japaner die größten Diamantenkonsumenten der Welt und legten großen Wert auf Qualität und perfekten Schliff, im Gegensatz zum US-amerikanischen Markt, wo die Größe im Vordergrund stand. Die Japaner lehrten mich, dass Perfektion Zeit braucht. Ihre Sushi-Köche beispielsweise absolvieren eine siebenjährige Ausbildung. Denselben Ansatz verfolgen sie auch bei Diamanten. Meine Zeit in Japan legte den Grundstein für meine heutige Arbeit. Ich lernte: Wenn es nicht perfekt ist, ist es nicht gut genug.“
Wenn man jung ist, braucht man kein hohes Gehalt und zahlt keine riesige Miete; die Dinge sind einfacher und unkomplizierter.
Während
„Ich begann, Silberschmuck zu importieren, den ich an den Wochenenden auf einem Flohmarkt an der Strandpromenade von Durban verkaufte. Ich stellte auch selbst Schmuck her. Unter der Woche belieferte ich Läden. Ich hatte auch so eine alte Schatztruhe, die ich als mobilen Laden nutzte. Das Leben war gut. Wenn man jung ist, braucht man kein hohes Gehalt und zahlt keine horrenden Mieten; alles ist einfacher und unkomplizierter.“
Da er ein stets ehrgeiziger Charakter ist,
Der Geldmangel bedeutete auch, dass kein Geld für Sicherheit oder Versicherung vorhanden war. „Also schlief ich hinter der Ladentheke. Wenn die Angestellten morgens kamen, rannte ich schnell nach Hause, duschte und eilte zurück in den Laden. Ich war mindestens 22 Stunden am Tag dort.“ Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Aus diesen bescheidenen Anfängen ist ein Schmuckimperium entstanden.
Heute,
„Ich lerne immer noch. Ich hoffe wirklich, dass meine größte Lektion noch vor mir liegt!“, verrät das kreative Genie.
Dennoch weiß er genau, was die Zukunft bringt. „Ich plane, die Marke von einem Premium-Juwelier zu einer Luxusmarke auszubauen, die weit über meine Lebenszeit hinaus Bestand haben wird. Mein Weg wird mich weiterhin nach New York führen“, deutet er an.



